AUFZUCHTIPPS
     
Liebe neue Hundeeltern       
 
Habt bitte Verständnis wenn nicht alles gleich klappt und ich eventuell mit meiner neuen Umgebung nicht sofort zurecht komme.
Es kann sein, dass ich weine - aber ich bin ja heute auch zum ersten Mal von meiner Mutti, meinen Geschwistern und meinem Rudel getrennt. Wie würdet ihr euch an meiner Stelle fühlen?
Am Besten, ihr stellt mein neues Bettchen in eure Reichweite und morgen lasst ihr mir dann Zeit, mich an meine neue Umgebung zu gewöhnen. Ich habe vielleicht Angst und brauche eure Liebe und Geduld.
 
Essen möchte ich 3-4 mal, verteilt auf den Tag. Am Besten ist im Handel erhältliches Welpenfutter.
ACHTUNG!!! Bei zu plötzlicher Futterumstellung könnte ich Durchfall oder Verstopfung bekommen. Beides kann tödlich für mich enden. Also immer langsam umstellen, indem man etwas von dem “neuen” Futter dem Herkömmlichen beimischt welches euch meine bisherige Hundemutti mitgegeben hat.
Bitte gebt mir täglich frisches Wasser. Ein Schälchen Trockenfutter sollte auch immer bereit stehen.
Wenn mein Futter selbst zubereitet wird ist immer auf Ausgewogenheit zu achten. Ich bekomme 2/3 Fleischanteil und dazu 1/3 Gemüse, Reis, Haferflocken, Nudeln etc... Wenn ich erwachsen bin ist es dann genau umgekehrt.
Gefüttert werden kann sämtliches Geflügel, Rindfleisch und Innereien im gekochten Zustand. Sollte ich jedoch mit Durchfall reagieren, das gegebene Futter sofort weg und eine andere Zusammenstellung probieren. Du findest mit der Zeit von selbst heraus, was ich vertrage und was mir schmeckt. Gemüse und Obst darf ich alles fressen außer blähenden und nicht verdaulichen Gemüsesorten (rohe Kartoffeln z.B. kann ich nicht verdauen).
Ein kleiner Teelöffel Öl (Oliven-, Distel-, Sonnenblumenöl) hin und wieder in mein Futter und ab und zu ein Eigelb mit etwas Pflanzenöl, Honig, Quark und Haferflocken vermischt ins Futter oder extra auf ein Tellerchen sind gesund für mich und mein Fell.
 
Wurst und leckere Sachen von euerm Tisch würde ich für mein Leben gern essen und ich werde euch sicher mit traurigen und hungrigen Augen beim Essen zuschaun aber wenn ihr mich lieb habt, bleibt hart!
In eurem Essen ist viel zu viel Salz für mich. Das würde meinen Nieren schaden und außerdem schadet es meinem Fell und meinem Wohlbefinden.
Gegen ein Scheibchen Käse, Quark, Joghurt oder gekörnten Frischkäse lässt sich jedoch nichts einwenden und das finde ich genauso lecker.
 
Ansonsten bin ich eigentlich problemlos. Hin und wieder finde ich es sehr schön und genüsslich, mit einer weichen Bürste gekämmt zu werden. Außerdem solltet ihr darauf achten, dass ich keinen Zahnstein bekomme. Da gibt es herrliche Sachen zum Knabbern. Gegen Zahnstein hilft mir Trockenfutter, Schweineohren, Büffelhaut, Kauknochen, Hühnerfüße, getrocknete Pansen, Rinderschwänze etc...etc...
Sicher kann man mir auch die Zähne putzen. Aber meistens mache ich dabei ein Riesengeschrei - da ist mir das Kauzeug doch viel lieber.
 
Ich gehe gern spazieren und ich mache noch viel Unsinn. Wär schön wenn ihr alles Wertvolle erstmal etwas höher stellt....Na ja....und so ganz trocken bin ich natürlich auch noch nicht - aber welches Baby ist das schon?
Wenn du mir hilfst, werde ich es recht schnell lernen. Also aufgepasst:
IMMER wenn ich ausgeschlafen oder gefressen habe muss ich RAUS. Das gleich gilt meistens auch bei Aufregung oder Freude.
Zeig mir, solange ich in der allerersten Eingewöhnung bin (die ersten ein-zwei Tage bis sie selber die Vorzeichen erkennen und sich an ihren Hund und seine Gebärdensprache gewöhnt haben), einen Platz wo ich hingehen kann ohne das ich Schimpfe kriege wenns mal bei mir sehr schnell gehen muss (Zeitung). Dies aber nur, wenn du z.B. in einer Wohnung mit vielen Treppen wohnst. Gassi gehe ich am liebsten und vor allem geh ich gern auf einen Rasen. Es wäre schön wenn du von Anfang an mit mir aller 2-3 Stunden raus gehst. So lerne ich es nämlich am schnellsten. Du kannst dazu auch gern mal in "der liebe Hund" nachlesen. Ist nicht verlinkt...musst du anklicken.
 
Natürlich wird das alles nicht gleich klappen - aber mit etwas Geduld von deiner Seite schaffe ich das schon!    
 
 
 
LOB IST DAS A UND O DER HUNDEERZIEHUNG!!! 
 

 Schlage mich niemals, denn ich würde das Vertrauen zu dir und deiner Hand verlieren!!!

 
Ansonsten möchte ich immer g a a a a a n z viel gekuschelt werden und dafür werde ich dir ein treuer und loyaler Freund sein! Wenn du mich liebst und gut zu mir bist werde ich dich lieben, trösten und beschützen - so klein ich auch bin!!!
 
HUNDEZUBEHÖR:
 
Körbchen oder Schlafhöhle (oder natürlich auch gern dein Bett), Weidenkörbe würde ich nicht empfehlen da sie zum Anknabbern animieren und nach einer Weile nicht mehr so schön ausschaun. Anmerkung meiner ehemaligen Hundemutti: Bitte VOR der ersten Nacht entscheiden, wo der kleine Hundewelpe in Zukunft schlafen soll!!! Wenn er erstmal die erste Nacht in Ihrem Bett verbracht hat, wird er in der nächsten Nacht nicht einsehen, dass er in sein eigenes Bettchen soll und einen Heidenspektaktel machen. Da ist Konsequenz gefragt - siehe - Link "der liebe Hund".
Hundeleine mit weichem Halsband oder Geschirr
Spielzeug (ich mag auch Katzenspielzeug). Beim Spielzeug darauf achten, daß keine kleinen Teile (Plüschtier-Augen etc.) abgebissen und verschluckt werden können.
Weiche Bürste, Krallen-, Zeckenzange (wichtig!!! Gibt es in der Apotheke)
Pinzette (Entfernung von Dornen, Splittern oder Insektenstacheln)
Fieberthermometer
Fertigfutterempfehlung für Trockenfutter: Eukanuba mini
 
Kleine Gesundheitstips:
 
Der Welpe muss sich einmal am Tag lösen - sonst könnte es zu einer Verstopfung kommen!!
Normaltemperatur beim Pudel zwischen 37,5 - 39 Grad (bei Welpen bis 39,5 Grad) bei Fieber zum Tierarzt!
Durchfall ohne Fieber l ä n g e r als einen Tag bei einem Welpen - Tierarzt!
Durchfall mit Fieber, blutiger Durchfall gar mit Erbrechen - sofort Tierarzt!!!
Apathie mit Freßunlust oder Durchfall - Tierarzt!
 
Immer darauf achten, dass der Welpe trinkt - gerade bei Durchfall da ansonsten Austrocknungsgefahr besteht.
Beim Fiebermessen das Thermometer vorher mit Creme oder Öl benetzen - geht leichter und tut nicht weh, vorsichtig ca. 1cm einführen.

Die ersten Schritte 

  Sie haben Ihren Welpen bei einem verantwortungsvollen Züchter erworben. Dies ist der erste Schritt in die richtige Richtung und warscheinlich auch der Wichtigste. Ich trage dafür Sorge, dass Ihr Welpe bereits im Umgang mit seinen Geschwistern und den anderen Mitgliedern des Rudels erste Lebenserfahrungen gemacht hat. Man spricht hierbei von der Grundsozialisierung.  
Der Wechsel aus seiner vertrauten Umgebung und die Trennung von Mutter und Geschwistern ist für den kleinen Welpen sehr anstrengend. Gönnen Sie ihm deshalb in den ersten Tagen viel Ruhe. Richten Sie ihm einen Platz ein, der warm und zugfrei ist und an den er sich zurückziehen kann wenn er müde ist.
Diesen Platz müssen Sie und andere Familienmitglieder respektieren. Achten Sie darauf, dass der Korb oder das Bettchen die richtige Größe hat und leicht von Verschmutzungen zu reinigen ist. 
Vermeiden Sie in den ersten Tagen größere Anstrengungen und sorgen Sie für angemessene Bewegung. Überschätzen Sie nicht die Belastbarkeit eines Welpen auch wenn er noch so vergnügt herumtollt. 
Achten Sie auf Treppen, Stufen und andere Gefahren. Auch ein Sturz von der Couch oder vom Sessel kann für den Kleinen schlimme Folgen haben!!!
Ein Welpe in diesem Alter ist vergleichbar mit einem Kleinkind! Zu wenig Ruhepausen machen den Welpen (und später auch den erwachsenen Hund) hektisch und nervös.
 
Die Erziehung
 
 
Ein gut erzogener Hund findet in seiner Umgebung stets Anerkennung und wird Ihnen viel Freude bereiten. Dieser Prozess bedeutet aber ein hartes Stück Arbeit und fordert viel Konsequenz und Durchsetzungsvermögen.
Ihre Aufgabe ist es künftig, die Erziehungsarbeit der Mutter fortzusetzen. Zum Fortsetzen dieser Arbeit gehört, dem Welpen zu zeigen was erlaubt ist und wo seine Grenzen sind, sprich wo sein Rang im “Familienrudel” ist.
 
Nicht alles im Leben, auch nicht im Leben eines Hundes, ist eitel Sonnenschein. Wenn ein Welpe, sei er jetzt auch noch so niedlich, die Grenzen des Erlaubten überschreitet, muss er zurechtgewiesen werden.
So mag es jetzt noch lustig sein wenn der Kleine am Hosenbein der kleinen Tochter hängt aber auch ein Chihuahua wird einmal größer und irgendwann ist es nicht mehr schmerzfrei. Der Hund wird dann aber nicht verstehen warum er es früher durfte und alle haben darüber gelacht und er nun später dafür bestraft wird.
Solche Beispiele gibt es viele, angefangen beim Füttern am Tisch bis zum Liegen auf dem Sofa. Sind Sie von Anfang an konsequent dann wird Ihr Hund sehr schnell lernen, was erlaubt ist und was nicht und Sie verwirren ihn nicht mit “Gesetzesänderungen” die letztlich bei ihm nur Unsicherheit hervorrufen und ihn an Ihrer Autorität und Souveränität zweifeln lassen.  
Je früher Sie eingreifen, eine unerwünschte Handlung des Hundes zu korrigieren, desto geringer wird Ihre Einwirkung sein müssen und desto wohler, weil sicherer fühlt sich Ihr Hund bei Ihnen. Denn er hat früh und fest verwurzelt gelernt, was er darf und was nicht. Dass Sie ihm diese Sicherheit geben, das erwartet Ihr Hund von seinem Rudelführer. 
Meist wird jedoch gar keine Strafe erforderlich sein denn kein Hund ist von Natur aus böse, sondern er will uns gefallen. Sie müssen ihm nur begreiflich machen, was SIE von ihm wollen. Am besten lernt er durch LOB - also durch POSITIVE VERKNÜPFUNG . Bringen Sie den kleinen Kerl irgendwie (hier ist Ihr Einfallsreichtum gefragt) dazu, das zu tun, was Sie von ihm erwarten und LOBEN Sie ihn unmittelbar hiernach ausgiebig. Sie werden sehen, er wird dieses Verhalten, weil es ihm Angenehmes beschert hat, immer wieder zeigen.
 
Wenn Ihr Hund etwas Unerwünschtes tut, überlegen Sie, warum er dies tut!
 
Im Umgang mit Ihrem Hund müssen Sie den Kopf überall haben denn in Ihrem Rudel sind Sie der Part, der denken kann!! SIE müssen zurückschauen, um herauszufinden warum Ihr Hund ein bestimmtes Verhalten zeigt.
Sie müssen die Situation erfassen, in der Sie sich befinden, sich in Ihren Welpen hineinversetzen und versuchen, so zu “denken” wie er es tut, um ihn verstehen zu können. Und Sie müssen vorausschauen, um Gefahren und Konflikte nach Möglichkeit zu vermeiden.
 
Und über allem steht der Grundsatz "RUHE BEWAHREN” denn unter Stress oder gar Panik versteht Ihr Hund gar nichts mehr und kann auch nichts lernen.
 
Ein Problem ist für viele “Ersthundebesitzer”, ihren Welpen stubenrein zu bekommen. Wenn Sie ihn von Anfang an aufmerksam beobachten, werden Sie sehr schnell die Zeichen zu erkennen lernen mit denen er sein Geschäft ankündigt. Meist wird das nach dem Aufwachen der Fall sein. Der Welpe schnüffelt herum und dreht sich im Kreis, um einen geeigneten Platz zur “Ablage” zu finden. Schwerer zu erkennen sind die Vorzeichen eines “kleinen Sees”. Doch auch dies werden Sie nach einiger Erfahrung lernen.
Wenn sich so eine “Erledigung” ankündigt, nehmen Sie den Welpen hoch und bringen ihn an den Platz, an dem er sein Geschäft erledigen soll.
Seien Sie hierbei geduldig, denn der neue Ort muss jetzt erst gründlich abgeschnüffelt werden und dies ist oft so interessant, dass das eigentliche Bedürfnis vergessen wird.
Bewahren Sie Ruhe und üben Sie Nachsicht. Irgendwann wird der Drang von Innen stärker werden als die Ablenkung und das Geschäft wird verrichtet.  
JETZT müssen Sie Ihren Welpen richtig loben und evtl. mit einem Leckerli belohnen und so stolz auf ihn sein als hätte er ein Wunder vollbracht.
Wenn Sie dies einige Male wiederholen, wird Ihr Welpe sehr schnell lernen, was er an diesem Ort tun soll und er wird in der Wohnung von selber fordern, hinausgelassen zu werden. Ist ein Malheur bereits in der Wohnung passiert, bleibt nichts andres übrig als es zu beseitigen und den Geruch zu neutralisieren (z.B. Essigwasser).
Damit verhindern Sie, dass der Welpe sich hier später erinnert und nochmals sein Geschäft erledigt.
Eine nachträgliche Bestrafung bringt gar nichts weil der Hund keinen rückwirkenden Bezug zu seiner “Tat” herstellen kann. Wird der Welpe jedoch direkt bei seiner “Untat” erwischt, so darf man ihm durchaus zu verstehen geben, dass dies hier nicht erwünscht ist.
In welchem Maße, ist nicht pauschal festzulegen.
Für manchen Hund bricht bereits bei einem lauten Wort die Welt zusammen, andere darf man ruhig mal im Nacken packen, um wahrgenommen zu werden. (Aber bitte alles in Maßen!)
Wichtig ist nur, dem Hund den Unterschied zu vermitteln:
“In der Wohnung folgt Unangenehmes - draußen wird man gelobt!” 
Bleiben Sie ruhig und konsequent und denken Sie daran, dass Stubenreinheit bisher von fast allen Hunden begriffen wurde - warum sollte gerade Ihr Hund eine Ausnahme sein?
 
Noch ein paar Tipps
 
 
Halten Sie Ihren Hund an der Leine solange er noch nicht im Wesen gefestigt ist. Die Leine stellt eine Verbindung zu Ihnen dar und gibt dem Hund Sicherheit.
In neuen Situationen orientiert sich Ihr Hund an Ihnen als Rudelführer. Seien Sie entspannt und selbstverständlich und zeigen Sie ihm, dass es keinen Grund zur Unsicherheit gibt.  
Ihrem Welpen droht in der Regel keine Gefahr durch ältere Tiere. Doch Vorsicht! Auch hier gibt es Ausnahmen. Es sind Tiere bei denen das unterlassen wurde, was Sie gerade üben und die dann als erwachsene Tiere “gestört” reagieren wenn sie auf Artgenossen stoßen.
Es ist meist nicht die Rasse, die ein Tier auffällig werden lässt sondern fast immer Unvernunft, Unverstand und Versäumnisse seiner Besitzer. 
Es ist für Ihren Welpen wichtig, Kontakt zu anderen Hunden zu haben - aber seien Sie zum Wohle des Kleinen vorsichtig bei der Auswahl. 
Hunde haben einen ausgeprägten Zeitsinn und sollten zu regelmäßigen Zeitpunkten gefüttert werden (siehe Aufzuchttips).
Als leicht zu merkende Faustregel bei ausgewachsenen Hunden gilt:
Die richtige Fütterungsmenge ist diejenige, bei der das Gewicht des Hundes konstant bleibt. Die letzten beiden Rippenbögen Ihres Hundes sollten leicht zu erkennen sein.
 
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viele viele Jahre Freude, Glück und Spaß mit Ihrem neuen Weggefährten und hoffe, dass ich hin und wieder mal von Ihnen höre.
 
Bei Fragen und Problemen stehe ich Ihnen Tag und Nacht gern zur Seite und falls Sie evtl. eine Betreuung im Urlaubs- oder Krankheitsfall brauchen, können Sie Ihren kleinen Liebling jederzeit zur mir in Betreuung geben.
 

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