ERZIEHUNG
     

Ein Pudel gewöhnt sich im Normalfall ziemlich schnell an seine neue Umgebung. Am besten holt man seinen Welpen an einem Freitag mit der ganzen Familie beim Züchter ab, da dann das ganze Wochenende zur Verfügung steht, um sich aneinander zu gewöhnen. Beim Abholen sollte der Winzling auf gar keine Fall in eine Transportbox gesteckt werden, sondern lieber auf den Schoß genommen werden. Mir persönlich ist aufgefallen, daß die Person, die den Welpen während der Heimfahrt auf dem Schoß hatte, später seine Hauptbezugsperson ist. Zu Hause angekommen, so sollte der Welpe erstmal in Ruhe gelassen werden. Es wird nicht lange dauern, bis er anfängt seine neue Umgebung neugierig zu erkunden. Ebenso sollte bedacht werden, daß ein 12 Wochen alter Welpe noch sehr viel Schlaf benötigt und daher zwischendurch nur kurze aktive Phasen hat. Dies legt sich - genau wie bei einem Baby - mit zunehmendem Alter. In der ersten Nacht kann es durchaus sein, daß der Kleine weint, da er seine Mutter und Geschwister vermißt. Er muß sich erst an die vielen fremden Geräusche gewöhnen. Am besten stellt man sein Körbchen oder Höhle neben das Bett. Fängt der "Zwerg" an zu jaulen, so kann er gleich durch streicheln beruhigt werden. Auch wenn der Pudel später einmal im Bett schlafen darf, so sollte er in der ersten Zeit nicht mit hinein. Die Gefahr, daß er in der Dunkelheit aus dem Bett fällt und sich verletzt, ist einfach zu groß.

Erziehung
Ist er auch noch so klein - aber ein gewisses Maß an Erziehung muß auch ein Pudel haben. Hier heißt das oberste Gebot: KONSEQUENZ und muß schon im Welpenalter eingesetzt werden, wenn sie erfolgreich sein soll. Ein Pudel lernt am besten beim Spiel, welche aber so ausgewählt sein müssen, daß sie dem Zweck der Erziehung dienen. Ist man konsequent mit seinem kleinen Racker, wird er also ganz nebenbei die Bedeutung von "Sitz", "Aus", "Komm", usw. lernen. Hat der Welpe etwas angestellt, so muß die Strafe SOFORT auf die Untat erfolgen. Es nützt absolut nichts, wenn Sie den Kleinen erst fünf Minuten später bestrafen. Er wird nicht mehr wissen, warum er "schimpfe" bekommen hat (ein Hund bezieht die Strafe immer auf das, war er kurz vorher gemacht hat). Es liegt im Naturell des Hundes, daß er weiß, innerhalb eines Rudels entweder das Sagen oder aber zu gehorchen hat. Ganz genau hier liegt die Grundlage für eine erfolgreiche Erziehung. Schon im Welpenalter sollte dem Pudel verständlich gemacht werden, daß DU der "Ranghöhere" bist. Hat er dies verstanden, wird er es nicht als negativ ansehen, sondern sich bereitwillig unterordnen. Im "Flegelalter" (so ca. zwischen 6 und 9 Monaten) kann es allerdings passieren, daß er versucht, die Rangordnung zu ändern. Bleibt man weiterhin konsequent, wird er schnell aufgeben. Dann bezieht sich die Erziehung im Großen und Ganzen nur noch darauf, dem Pudel verständlich zu machen, was verboten oder erlaubt ist.

 Erziehung zur Stubenreinheit
Ein sehr wichtiges Bestandteil der Erziehung ist die "Stubenreinheit". Ist der Welpe bei einem Züchter aufgewachsen, der sich sehr viel mit den Kleinen beschäftigt hat und großen Wert auf Sauberkeit legte, hat man Glück gehabt. Solche Welpen sind meistens zuverlässig an die Zeitung und/oder die Katzentoilette gewöhnt. In der Aufregung kann es sicherlich passieren, daß hin und wieder ein "Malheur" geschieht, aber der Kleine weiß genau, daß er etwas verbotenes getan hat. Ein Welpe, der das Gebot der Sauberkeit nie gelernt hat muß durch konstante Beobachtung und viel Geduld "nachgeholfen" werden. In jedem Fall ist es besser, wenn der Pudel daran gewöhnt wird, sich draußen zu "lösen". Nach dem Füttern und längerem Schlaf "muß" der Welpe. Durch ein suchendes im Kreis drehen macht sich der Kleine bemerkbar. Jetzt ist aber auch höchste zeit, ihn auf die Zeitung/ Katzentoilette oder nach draußen zu bringen. Hat er seine "Geschäftchen" erledigt, sollte er überschwenglich gelobt werden. Daran merkt er, daß er uns eine große Freude bereitet hat. und wird dies in seinem Köpfchen "speichern". Geht ein Pudel auf die Zeitung bzw. das Katzenklo, so müssen diese sofort nach Benutzung saubergemacht werden. Ansonsten wird sich ein normaler Welpe, welcher einen ausgeprägten Sauberkeitssinn hat, einen anderen Lösungsplatz, wie z.B. den Teppich, als neue Toilette suchen.

Konsequente Erziehung des Welpen

Eine erfolgreiche Welpenerziehung muss konsequent sein.

Zwischen der 8. und 11. Lebenswoche lieben Welpen noch alle Menschen, die nett sind. Ab der 12. Woche bauen sie dann eine feste Bindung zu "ihrem Menschen" auf.
Um eine emotionale Achterbahn zu vermeiden, muß der Welpe wissen, wer sein "Leitwolf" ist. Zeigen Sie Ihrem Hund, daß er Ihnen vertrauen kann, daß Sie das Rudel führen können. Dazu bestehen Sie konsequent auf festen Regeln des Zusammenlebens, unterbrechen von sich aus das Spiel und bestimmen, wann gefressen wird.
Wichtig ist, daß Ihre Familie am gleichen Strang zieht. Was der eine erlaubt, darf der andere nicht verbieten. Und: der Ton macht die Musik. Geben Sie Kommandos mit fester Stimme, Lob mit freundlicher und Tadel mit strenger. Anschreien und Schlagen helfen nicht weiter. Der Welpe muß merken, daß es sich für ihn lohnt, wenn er gehorcht. Loben ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Doch Achtung: Welpen sind bestechlich. Manchmal tun sie nur dann etwas, wenn ein Lekkerbissen winkt.
Beschränken Sie deshalb die Belohnungen für das gewünschte Verhalten nicht nur auf Lekkerlis. Ein Hund freut sich genauso über Streicheleinheiten und lobende Worte.

Beißhemmung des Welpen trainieren

Dem Welpen das Zwicken und Knappen abtrainieren.

Wenn der Welpe beim Spiel zu fest zupackt, sofort laut "quietschen" und das Spiel beenden. (Das würde auch der Welpe tun, wenn er von einem anderen Hund zu fest gezwickt wurde.) Wenn Sie die Hand erschrocken wegziehen, schnappt der Welpe begeistert nach. Ignorieren Sie den Hund für einige Zeit und fordern ihn dann von sich aus zum Weiterspielen auf.


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